„Ein Dorf sieht schwarz“ ist von der Familiengeschichte des Musikers Kamini aus Zaire (die heutige Demokratische Republik Kongo) inspiriert. Er spielt in den siebziger Jahren, Seyolo Zantoko lebt als Migrant aus Kinshasa in Paris, wo er soeben einen Abschluss in Medizin gemacht hat. Am Tag der Abschlussfeier erscheint ein Bauer aus Marly-Gomont, einem kleinen Dorf auf dem französischen Land, welcher einen Arzt sucht, der bereit ist, in seinen abgelegenen Heimatort umzuziehen. Seyolo sieht daraufhin die Möglichkeit, die lang ersehnte französische Staatsbürgerschaft zu erlangen, ebenso wie seine Familie nach Frankreich zu […]
The Neon Demon (Frankreich, 2016)
Jesse (Elle Fanning) ist eine 16 Jahre junge Modelanwärterin, die nach Los Angeles zieht, um ihr Glück in der Welt der Laufstege und der Haute Couture zu versuchen. Ihre blendende Schönheit öffnet ihr mit Leichtigkeit Türen, nicht ohne aber den Neid und das Begehren der Menschen um sie herum zu wecken. Nicolas Winding Refn (Drive, Only God Forgives), der das Drehbuch schrieb und Regie führte, wiederholt seine bereits bekannte Formel von Charakteren mit offensichtlichen Pathologien, karg in der Ausdrucksweise, welche aus der Stille und knappen Gesten ihre Werkzeuge machen, um an die Grenzen der conditio humana zu stoßen.
Zu Beginn erscheint der Film lediglich nach einer ätzenden Kritik an einer frivolen und gierigen Welt, wie jener der Modelindustrie: „… Schönheit ist nicht alles, sie ist das Einzige“. Die Frauen sind zu allem fähig, um das Ideal der Schönheit, welches von der Industrie diktiert wird, zu erreichen. Trotzdem könnte man auf einen zweiten Blick sagen, dass es sich bei The Neon Demon um eine Reinterpretation des Mythos‘ von Narziss handelt, dem das Betrachten seines Spiegelbildes zum Verhängnis wird, als er sich in sich selbst verliebt.
Angefüllt mit Symbolismen und geprägt von einer erstickenden Atmosphäre, präsentiert sich der Film durch die stilvolle Fotografie von Natasha Baier sowie die exquisite Musik komponiert von Cliff Martinez und erlaubt das Schöne in äußerst gewalttätigen Momenten, die bis zum Grotesken gehen, zu zeigen. Erinnern wir uns an die Neigung von Winding für das Kino über Ausbeutung, welche in seinem gesamten Werk spürbar ist. Ein psychologischer Thriller mit großartigen Momenten, die mehr als einmal nachdenklich stimmen. Er ist nicht geeignet für Leute, die empfindlich auf Blut und gewalttätige Szenen reagieren.
(Übersetzung Alexander Hämmerle)
Alle zwei Wochen lässt uns in der Rubrik FOTOGRAMAS die mexikanische Videographin an ihrer großen Leidenschaft – dem Kino – teilhaben und schildert aus der Perspektive des Fachs ihre neuesten Eindrücke aus der internationalen Kinoszene.
Die Katze des Rabbiners (Frankreich, 2011)

Im Algerien der zwanziger Jahre lebt in einer jüdischen Gemeinde ein Rabbiner mit seiner Tochter, seiner Katze und seinem Wellensittich … Eines schönen Tages frisst die Katze den armen Wellensittich und dadurch erlangt sie die Fähigkeit zu sprechen. Und nicht nur das. Die Gabe zu sprechen wird begleitet von der Fähigkeit zu urteilen. Der Rabbiner beginnt ihm die Thora zu lehren und daraufhin entscheidet das Kätzchen, dass der Moment seiner Bar-Mizwa gekommen ist. Nichtsdestotrotz trifft es eine starke Opposition von Seiten des Meisters des Rabbiners, welcher es als ketzerische Kreatur […]
7 Boxes (Paraguay, 2012)

Eine Luftaufnahme des Mercado 4 in Asunción zeigt uns etwas des Umfelds, in dem Víctor lebt. Rasch dringt die Kamera zu den Orten vor, dem Menschengedränge und den „diableros“: Personen, die für wenig Geld Ware von einem Ort zum anderen transportieren. Während Víctor verträumt ein Stück von einem Film sieht, verliert er einen Klienten. Nichts zu machen, er muss seinen Weg fortsetzen, als seine Schwester ihn mit der neuesten Technik aus 2005 (das Jahr, in dem der Film handelt) aufnimmt: ein Handy mit Videokamera. „Es ist, wie ein Fernsehstar zu […]


