„Ein Lied für Nour“ ist ein Film inspiriert vom Leben des Mohammed Assaf, einem jungen Sänger für Hochzeiten, der im Gazstreifen geboren wurde und 2013 den Wettbewerb „Arab Idol“ gewann. Wie sich bereits in der Filmografie von Abu-Assad wiedererkennen lässt, schenkt uns der Regisseur auch dieses Mal mit „Ein Lied für Nour“ einen Ausblick auf das plästinensische Volk konträr zu Tod und Verzweiflung, d.h. ein Bild von einem Palästina trotz allem auf den Beinen. Kinder, die davon träumen große Musiker zu werden und die alles dafür tun, ihre Ziele zu […]
The Neon Demon (Frankreich, 2016)
Jesse (Elle Fanning) ist eine 16 Jahre junge Modelanwärterin, die nach Los Angeles zieht, um ihr Glück in der Welt der Laufstege und der Haute Couture zu versuchen. Ihre blendende Schönheit öffnet ihr mit Leichtigkeit Türen, nicht ohne aber den Neid und das Begehren der Menschen um sie herum zu wecken. Nicolas Winding Refn (Drive, Only God Forgives), der das Drehbuch schrieb und Regie führte, wiederholt seine bereits bekannte Formel von Charakteren mit offensichtlichen Pathologien, karg in der Ausdrucksweise, welche aus der Stille und knappen Gesten ihre Werkzeuge machen, um an die Grenzen der conditio humana zu stoßen.
Zu Beginn erscheint der Film lediglich nach einer ätzenden Kritik an einer frivolen und gierigen Welt, wie jener der Modelindustrie: „… Schönheit ist nicht alles, sie ist das Einzige“. Die Frauen sind zu allem fähig, um das Ideal der Schönheit, welches von der Industrie diktiert wird, zu erreichen. Trotzdem könnte man auf einen zweiten Blick sagen, dass es sich bei The Neon Demon um eine Reinterpretation des Mythos‘ von Narziss handelt, dem das Betrachten seines Spiegelbildes zum Verhängnis wird, als er sich in sich selbst verliebt.
Angefüllt mit Symbolismen und geprägt von einer erstickenden Atmosphäre, präsentiert sich der Film durch die stilvolle Fotografie von Natasha Baier sowie die exquisite Musik komponiert von Cliff Martinez und erlaubt das Schöne in äußerst gewalttätigen Momenten, die bis zum Grotesken gehen, zu zeigen. Erinnern wir uns an die Neigung von Winding für das Kino über Ausbeutung, welche in seinem gesamten Werk spürbar ist. Ein psychologischer Thriller mit großartigen Momenten, die mehr als einmal nachdenklich stimmen. Er ist nicht geeignet für Leute, die empfindlich auf Blut und gewalttätige Szenen reagieren.
(Übersetzung Alexander Hämmerle)
Alle zwei Wochen lässt uns in der Rubrik FOTOGRAMAS die mexikanische Videographin an ihrer großen Leidenschaft – dem Kino – teilhaben und schildert aus der Perspektive des Fachs ihre neuesten Eindrücke aus der internationalen Kinoszene.
Zwanzig Jahre nach dem Aufruf der Zapatisten
„Und wo steht die Gesellschaft?“ fragte die mexikanische Journalistin Carmen Aristegui zu dem Zeitpunkt, als die Reform des einheimischen Energiesektors im Dezember 2013 verabschiedet wurde, was die „Achsen des Landes verändern wird“, wie die Kommunikationswissenschaftlerin erklärt. Wird es jemanden geben, der wie die EZLN vor zwanzig Jahren, einen Aufruf an das mexikanische Volk richtet? Die EZLN (deutsch Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung) ist eine Gruppe indigener Mexikaner und Mestizen, die am Morgen des ersten Januars 1994 im Bundesstaat Chiapas ihr erstes Kommuniqué bekanntgaben, in welchem sie ihre Opposition gegenüber dem […]
Einfach das Ende der Welt (Kanada / Frankreich, 2016)

Stelle dir vor, du wärst für 12 Jahre von deiner Familie abwesend, nur einige Postkarten mit wenigen Wörten, strategisch versandt, sind deine einzige Verbindung mit ihr. Eines Tages entscheidest Du einfach, zurückzukehren, um ihnen anzukündigen, dass der Tod vor Deiner Tuer steht. Wie glaubst Du werden sie reagieren? Xavier Dolan präsentiert uns in seinem neuesten Film die Schicksalsschläge, durch die Louis geht, ein junger und erfolgreicher Schriftsteller, der seine Rückkehr als verlorener Sohn unternimmt. Trotzdem wird der Empfang nicht so sein, wie er es sich wünscht, denn er wird sich […]


