{"id":550,"date":"2016-10-31T00:25:40","date_gmt":"2016-10-30T23:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lavikina.com\/de\/?p=550"},"modified":"2016-10-31T18:29:47","modified_gmt":"2016-10-31T17:29:47","slug":"posada-der-froehliche-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lavikina.com\/de\/2016\/10\/31\/posada-der-froehliche-tod\/","title":{"rendered":"Posada: Der fr\u00f6hliche Tod"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Tag der Toten<\/strong> bedeutet <strong>in Mexiko<\/strong> Feiern, Lachen, Zucker, cempasuchitl (eine orangene Blume \u00e4hnlich einer Chrysanthemen), Kerzen, Opfergaben und Totenk\u00f6pfe. &#8222;La Calavera&#8220; (der Totensch\u00e4del), Symbol des Todes, findet sich w\u00e4hrend der &#8222;Tage der Toten&#8220; am 1. und 2. November \u00fcberall in Mexiko. Es ist wichtig, zu betonen, dass die mit dem Tod verbundenen Symbole wie der Sch\u00e4del und das Skelett zu jeder Zeit in Mexiko gesehen werden k\u00f6nnen, da sie ein h\u00e4ufiges und charakteristisches Symbol der Kunst des Landes sind.<\/p>\n<p><strong>Jos\u00e9 Guadalupe Posada<\/strong>, der Maler der &#8222;Skelette&#8220;, gilt als Vorl\u00e4ufer, Meister und Beispiel der K\u00fcnstler wie <strong>Rivera<\/strong> und <strong>Kalho<\/strong>. Um die Arbeit und Wichtigkeit von Posada zu verstehen, muss man in der Zeit zur\u00fcckgehen und die besondere Konzeption des Todes der Mexikaner in der pr\u00e4hispanischen Epoche kennenlernen. Tats\u00e4chlich finden sich in jener Zeit oftmals Sch\u00e4del und Knochen als Symbol und Rapr\u00e4sentation dessen, was der K\u00f6rper nach dem Leben zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Guadalupe Posada, 1852 in Aguascalients (Nordosten von Mexiko) geboren, ein Landlehrer von Beruf, beginnt 1871 Karikaturen f\u00fcr die Zeitung &#8222;El Jicote&#8220; zu zeichnen, bis er mit Zeitschriften wie &#8222;El Ahuizote&#8220; oder &#8222;Nuevo Siglo&#8220; zusammenarbeitet. Auf Grund einer \u00dcberschwemmung begibt sich Posada nach Mexiko-Stadt, wo er eine Arbeitsgruppe gr\u00fcndet, die dem Mexiko des letzten Jahrhunderts eine nationale und folkloristische Produktion von Erz\u00e4hlungen, Liedern, Kom\u00f6dien, Almanachen und Kalendern beschert und die seinen gr\u00f6\u00dften Beitrag zur mexikanischen Kunst darstellen: <strong>las calaveras<\/strong>. Posada belebt den Tod wieder, kleidet ihn in elegantes Gewand, bringt ihn zu den Festen der Quartiere, auf die Stra\u00dfen, in die H\u00e4user der Reichen. Er l\u00e4sst ihn w\u00e4hrend eines makaber-satirischen Festes Fahrrad fahren. Durch seine Skelette weist der Autor der &#8222;<strong>Catrina<\/strong>&#8220; auf die \u00dcbel, die Misere und die Fehler der Gesellschaft des zu jender Zeit beginnenden Jahrhunderts hin.<\/p>\n<div id=\"attachment_573\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-573\" class=\"wp-image-573 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lavikina.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/catrina-300x201.jpeg\" alt=\"La Catrina\" width=\"300\" height=\"201\" \/><p id=\"caption-attachment-573\" class=\"wp-caption-text\">Die Catrina<\/p><\/div>\n<p>Die <strong>Opfergaben<\/strong>, welche in Mexiko f\u00fcr die Monate Oktober und November charakteristisch sind, stellen einen Brauch dar, in welcher die Lebenden den Verstorbenen helfen, den <strong>\u00dcbergang<\/strong> zum Tod zu durchlaufen. Daher teilen die Mexikaner in diesen Tagen mit ihren Toten zu Hause, auf dem Friedhof und der Stra\u00dfe Essen, Musik, Poesie, Getr\u00e4nke, Zigaretten und vor allem etwas Zeit. In letzter Zeit lassen sich auf den mexikanischen Stra\u00dfen auch verschiedene Umz\u00fcge beobachten, die quasi zu einem Karneval von als Tod verkleideten Personen werden.<\/p>\n<p>Die Totensch\u00e4del stellen eine Realit\u00e4t dessen dar, in was wir uns verwandeln werden: Asche und Staub. Das Skelett, ohne Nationalit\u00e4t, ohne Geschlecht, ohne Hautfarbe, ohne Geld und ohne Alter zeigt uns, wie banal diese Unterschiede sind. Und da alles einen <strong>\u00dcbergang<\/strong> darstellt, warum nicht singen, tanzen und unsere Verstorbenen auf ihrem Weg ein St\u00fcck begleiten? Der Tod macht keine Angst, im Gegenteil, er erinnert daran, dass alles vor\u00fcbergeht, dass alles, was weltlich ist, zuende geht und dass wir alle ein <strong>Skelett in uns<\/strong> tragen.<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Guadalupe Posada wurde von Diego Rivera als ein gl\u00fchender Verfechter des Volkes gesehen. Dieser gro\u00dfe K\u00fcnstler hat mit tiefgehendem Sinn f\u00fcr die Realit\u00e4t, mit gro\u00dfer Originalit\u00e4t und mit durchdringender expressiven Kraft in seinem Land die &#8222;Skelette&#8220; wiederbelebt. In den kommenden Tagen wird Mexiko daher an seine Verstorbenen erinnern und gleichzeitig Posada und seinen Totensch\u00e4deln gedenken, die sich derzeit als das charakteristischste Element der mexikanischen Folklore erweisen.<\/p>\n<div class=\"postvideo\"><a href=\"https:\/\/youtu.be\/VR_hPPV8td8\">https:\/\/youtu.be\/VR_hPPV8td8<\/a><\/div>\n<p><span class=\"translation \">(\u00dcbersetzung Alexander H\u00e4mmerle)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag der Toten bedeutet in Mexiko Feiern, Lachen, Zucker, cempasuchitl (eine orangene Blume \u00e4hnlich einer Chrysanthemen), Kerzen, Opfergaben und Totenk\u00f6pfe. &#8222;La Calavera&#8220; (der Totensch\u00e4del), Symbol des Todes, findet sich w\u00e4hrend der &#8222;Tage der Toten&#8220; am 1. und 2. November \u00fcberall in Mexiko. Es ist wichtig, zu betonen, dass die mit dem Tod verbundenen Symbole wie der Sch\u00e4del und das Skelett zu jeder Zeit in Mexiko gesehen werden k\u00f6nnen, da sie ein h\u00e4ufiges und charakteristisches Symbol der Kunst des Landes sind. 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