“Wir sind hier, wir lieben Mexiko und uns erscheint es unmöglich, das Verschwinden der 43 Studenten aus Ayotzinapa hinter uns zu lassen …”, erklärte Elena Poniatowska im Rahmen einer Preisverleihung in Mexiko Stadt. Nach meiner Teilnahme an der Veranstaltung “Ein Brücke nach Mexiko” in Berlin würde ich dem Kommentar der Journalistin Folgendes hinzufügen: auch für denjenigen, der sich weit Weg befindet, eben weil er Mexiko liebt und es bei sich trägt, ist es unmöglich, das Verschwinden der 43 Studenten aus Ayotzinapa hinter sich zu lassen und angesichts einer solchen Situation […]
The Voices (USA, 2014)

Marjane Satrapi führt bei ihrem dritten Film Regie und zum ersten Mal behandelt sie eine Geschichte, die nicht von ihr geschrieben wurde. Erinnern wir uns an „Persepolis“ und „Huhn mit Pflaumen“, die beide auf ihren gleichnamigen Comics beruhen.
Die Geschichte handelt von Jerry, einem schüchternen jungen Mann mit bezaubernden Charm, der sich „durch Zufall“ in einen Serienmörder verwandelt. Eine untypische Form, einen Serienmörder zu präsentieren, soweit, dass man Empathie für ihn, sein Erleiden von Psychosen (oder was auch immer der medizinische Ausdruck dafür sei) und sein Widerstreben, aus Angst vor der Einsamkeit Medikamente zu nehmen (obgleich der Stimmen, die ihn begleiten), empfinden kann. Die Figuren des Hundes und der Katze: das Gute und das Böse kämpfen in seinem Kopf und er überführt es in die reale Welt. Der Hund ist „der gute Junge“ (wie wir für gewöhnlich zu unseren Hunden sagen) und die Katze ein sadistischer Mörder und gemeiner Begleiter (wie man es immer von Katzen sagt).
Satrapi hat einen Sprung Richtung des schwarzen Humors gemacht. Sie hat ihn gut vollbracht und lässt uns im Klaren darüber, dass sie eine versierte Cineastin ist. Sie steckt nicht in einer Schublade. Der Hauptdarsteller Ryan Reynolds zeigt großes Potenzial. Ein sehr empfehlenswerter Film für diejenigen, denen der schwarze Humor gefällt (sehr schwarz würde ich sagen). Nicht verpassen!
(Übersetzung Alexander Hämmerle)
Alle zwei Wochen lässt uns in der Rubrik FOTOGRAMAS die mexikanische Videographin an ihrer großen Leidenschaft – dem Kino – teilhaben und schildert aus der Perspektive des Fachs ihre neuesten Eindrücke aus der internationalen Kinoszene.
Busan-haeng / Train to Busan (Südkorea, 2016)

Seok Woo (Gong Yoo, Hauptdarsteller in zahlreichen Komödien und Actionfilmen von großem Erfolg in Korea) gibt vor, seine Tochter Soon-an mit ihrer Mutter in Busan zusammenzubringen. Allerdings wird sich niemand vorstellen, in welche Tragödie ihre Fahrt nach Busan sie verwickeln wird. Unerklärliche Gewalttaten passieren in ganz Korea und werden durch die Nachrichten auf den Bildschirmen des Zuges übertragen. Mitten in der Zombie-Apokalypse müssen Vater und Tocher an der Seite von Sang-Hwa (Ma Dong-seok, mein Favorit, Hauptdarsteller des kürzlich erschienenen Films von Kim Ki-duk „One on One“), dessen Frau (Jung Yu-mi), […]
Die Entdeckung der Lo
Manchmal frage ich mich: warum bin ich vor vielen Jahren aus Mexiko weggegangen? Was erreicht man weit entfernt von den eigenen Gewohnheiten und dem Bekannten lebend? Was kann man im Angesicht unsicherer Zukunft oder Arbeit machen? Was ist die geeignete Richtung? Was will ich machen, wenn ich groß bin? Lassen sich Antworten auf diese Fragen finden? Die Nacht, in der ich Lorena kennenlernte, war das erste Mal, dass ich ein Sozialzentrum in Italien betrat. Ich war dorthin gegangen, um das Konzert einer interkulturellen Band aus Italien zu sehen, die aus […]


