The Voices (USA, 2014)

Marjane Satrapi

Marjane Satrapi führt bei ihrem dritten Film Regie und zum ersten Mal behandelt sie eine Geschichte, die nicht von ihr geschrieben wurde. Erinnern wir uns an „Persepolis“ und „Huhn mit Pflaumen“, die beide auf ihren gleichnamigen Comics beruhen.

Die Geschichte handelt von Jerry, einem schüchternen jungen Mann mit bezaubernden Charm, der sich „durch Zufall“ in einen Serienmörder verwandelt. Eine untypische Form, einen Serienmörder zu präsentieren, soweit, dass man Empathie für ihn, sein Erleiden von Psychosen (oder was auch immer der medizinische Ausdruck dafür sei) und sein Widerstreben, aus Angst vor der Einsamkeit Medikamente zu nehmen (obgleich der Stimmen, die ihn begleiten), empfinden kann. Die Figuren des Hundes und der Katze: das Gute und das Böse kämpfen in seinem Kopf und er überführt es in die reale Welt. Der Hund ist „der gute Junge“ (wie wir für gewöhnlich zu unseren Hunden sagen) und die Katze ein sadistischer Mörder und gemeiner Begleiter (wie man es immer von Katzen sagt).

Satrapi hat einen Sprung Richtung des schwarzen Humors gemacht. Sie hat ihn gut vollbracht und lässt uns im Klaren darüber, dass sie eine versierte Cineastin ist. Sie steckt nicht in einer Schublade. Der Hauptdarsteller Ryan Reynolds zeigt großes Potenzial. Ein sehr empfehlenswerter Film für diejenigen, denen der schwarze Humor gefällt (sehr schwarz würde ich sagen). Nicht verpassen!

(Übersetzung Alexander Hämmerle)


Alle zwei Wochen lässt uns in der Rubrik FOTOGRAMAS die mexikanische Videographin Jazmín Camacho an ihrer großen Leidenschaft – dem Kino – teilhaben und schildert aus der Perspektive des Fachs ihre neuesten Eindrücke aus der internationalen Kinoszene.

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