Lunchbox (Indien, 2013)

Lunchbox ist der erste Spielfilm des indischen Cineasten Ritesh Batra. Die Geschichte dreht sich um Ila, eine Hausfrau, die damit beschäftigt ist, ihre Ehe durch die Zubereitung von delikaten Gerichten wiederzubeleben. Ein Fehler beim Lieferdienst bringt ihre Mittagsgerichte anstatt zu ihrem Ehemann zu Saajan, einem Büroangestellten, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Dieser Fehler erlaubt beiden eine Briefbeziehung zu beginnen, in einer digitalen Ära, in der laut Shaikh (dem Nachfolger von Saajan im Büro), „niemand mehr Briefe schreibt“. Ila und Saajan werden sich gegenseitig das Herz öffnen und entdecken, dass „die Dinge vergessen werden, weil man nicht immer jemanden hat, dem man sie erzählen kann“.

Das Bild der Stadt Bombay, mit Transportmitteln verstopft und Menschenmassen auf den Straßen, sind der Rahmen für diese Liebesgeschichte, welche, obwohl romantisch getönte Filme nicht meine Stärke sind, mit ihrer Frische und ihrem Einfallsreichtum zum Genießen einlädt. Wenn Du noch nicht die Gelegenheit hattest, etwas vom indischen Kino zu sehen, da Du meinst, es bestehe vorne und hinten nur aus Musicals, dann solltest Du diesen Film in Betracht ziehen. Er ist eine sehr gute Option, um mit dieser Kinokultur zu beginnen.

(Übersetzung Alexander Hämmerle)


Alle zwei Wochen lässt uns in der Rubrik FOTOGRAMAS die mexikanische Videographin Jazmín Camacho an ihrer großen Leidenschaft – dem Kino – teilhaben und schildert aus der Perspektive des Fachs ihre neuesten Eindrücke aus der internationalen Kinoszene.

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“Wir sind hier, wir lieben Mexiko und uns erscheint es unmöglich, das Verschwinden der 43 Studenten aus Ayotzinapa hinter uns zu lassen …”, erklärte Elena Poniatowska im Rahmen einer Preisverleihung in Mexiko Stadt. Nach meiner Teilnahme an der Veranstaltung “Ein Brücke nach Mexiko” in Berlin würde ich dem Kommentar der Journalistin Folgendes hinzufügen: auch für denjenigen, der sich weit Weg befindet, eben weil er Mexiko liebt und es bei sich trägt, ist es unmöglich, das Verschwinden der 43 Studenten aus Ayotzinapa hinter sich zu lassen und angesichts einer solchen Situation […]

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Verónica (Mexiko , 2017)

Die mexikanische Filmproduktion teilt sich in verschiedene Perioden ein. Von dem berühmten Goldenen Zeitalter bis zum sogenannten „Neuen mexikanischen Kino“, geht man über Western, Filme über Catcher und viele andere. In den letzten Jahren hat sich das mexikanische Kino auf die Komödie konzentriert, wobei manchmal Remakes aus Bollywood dabei waren, aber auch Filme aus dem Golden Zeitalter, wie zum Beispiel „El gran calavera“. Diese konnten wenigstens das in sie investierte Geld wieder einspielen. Mit linearer Handlung und flachen Witzen versucht man hier dem nach Amüsement suchenden Publikum ein Lachen zu […]