“Wir sind hier, wir lieben Mexiko und uns erscheint es unmöglich, das Verschwinden der 43 Studenten aus Ayotzinapa hinter uns zu lassen …”, erklärte Elena Poniatowska im Rahmen einer Preisverleihung in Mexiko Stadt. Nach meiner Teilnahme an der Veranstaltung “Ein Brücke nach Mexiko” in Berlin würde ich dem Kommentar der Journalistin Folgendes hinzufügen: auch für denjenigen, der sich weit Weg befindet, eben weil er Mexiko liebt und es bei sich trägt, ist es unmöglich, das Verschwinden der 43 Studenten aus Ayotzinapa hinter sich zu lassen und angesichts einer solchen Situation […]
Verónica (Mexiko , 2017)
Die mexikanische Filmproduktion teilt sich in verschiedene Perioden ein. Von dem berühmten Goldenen Zeitalter bis zum sogenannten „Neuen mexikanischen Kino“, geht man über Western, Filme über Catcher und viele andere. In den letzten Jahren hat sich das mexikanische Kino auf die Komödie konzentriert, wobei manchmal Remakes aus Bollywood dabei waren, aber auch Filme aus dem Golden Zeitalter, wie zum Beispiel „El gran calavera“. Diese konnten wenigstens das in sie investierte Geld wieder einspielen. Mit linearer Handlung und flachen Witzen versucht man hier dem nach Amüsement suchenden Publikum ein Lachen zu entlocken.
Trotz alledem existiert auch eine andere Seite des mexikanischen Kinos: unabhängige Produktionen mit interessanten Darbietungen. Die ist bei „Veronica“ der Fall, einem Thriller in schwarz-weiß. Im Casting findet man Darsteller wie Arcelia Ramírez (die zuvor mit wichtigen mexikanischen Regisseuren wie Arturo Ripstein, Maryse Sistach und Alfonso Arau zusammengearbeitet hat) und Olga Segura.
Die Geschichte handelt von einer pensionierten Psychologin, die eine Hütte im Wald bewohnt. Eines Tages erhält die Hauptdarstellerin einen Anruf, bei dem es darum geht, einem Mädchen namens Veronica de la Serna zu helfen. Von dem Moment an, in dem sie die Anfrage bestätigt, verwickelt sie sich in Situationen, die langsam immer komplizierter werden, bis sich die beiden Frauen konfrontieren und den eigenen Ängsten und Tabus die Stirn bieten müssen.
Innerhalb der mexikanischen Produktionen existieren wenige Filme dieses Genres. Daher müssen die wenigen, die sich bemühen, qualitativ Hochwertiges abzuliefern, gelobt werden. „Veronica“ gelingt dies von Anfang bis Ende, obwohl sich die Handlung nur um die beiden Personen dreht. Etwas, das große Schauspielkunst und eine gut strukturiertes Drehbuch verlangt.
(Übersetzung Alexander Hämmerle)
Alle zwei Wochen lässt uns in der Rubrik FOTOGRAMAS die mexikanische Videographin an ihrer großen Leidenschaft – dem Kino – teilhaben und schildert aus der Perspektive des Fachs ihre neuesten Eindrücke aus der internationalen Kinoszene.
Die Katze des Rabbiners (Frankreich, 2011)

Im Algerien der zwanziger Jahre lebt in einer jüdischen Gemeinde ein Rabbiner mit seiner Tochter, seiner Katze und seinem Wellensittich … Eines schönen Tages frisst die Katze den armen Wellensittich und dadurch erlangt sie die Fähigkeit zu sprechen. Und nicht nur das. Die Gabe zu sprechen wird begleitet von der Fähigkeit zu urteilen. Der Rabbiner beginnt ihm die Thora zu lehren und daraufhin entscheidet das Kätzchen, dass der Moment seiner Bar-Mizwa gekommen ist. Nichtsdestotrotz trifft es eine starke Opposition von Seiten des Meisters des Rabbiners, welcher es als ketzerische Kreatur […]
Feuerwerk am helllichten Tage (China, 2014)

Wir schreiben das Jahr 1999 und eine Serie von Körperteilen wurden in einer Kohleförderanlage entdeckt. Der Offizielle Zhili ist einer derjenigen, die mit dem Lösen des Falls beauftragt sind. Unglücklicherweise wird er bei dem Versuch verletzt, die vermuteten Verantwortlichen festzunehmen, während weitere seiner Kollegen sterben. Der mysteriöse Fall bleibt ungelöst. Von seinem Dienst zurückgestellt, sieht er sich gezwungen beim Sicherheitsdienst zu arbeiten, obwohl seine Alkoholprobleme ihn an den Punkt bringen, seine Arbeit zu verlieren. Jahre später trifft er einen alten Kollegen, der an einer Wäscherei wache steht. Zhili entscheidet sich, […]


