Lunchbox ist der erste Spielfilm des indischen Cineasten Ritesh Batra. Die Geschichte dreht sich um Ila, eine Hausfrau, die damit beschäftigt ist, ihre Ehe durch die Zubereitung von delikaten Gerichten wiederzubeleben. Ein Fehler beim Lieferdienst bringt ihre Mittagsgerichte anstatt zu ihrem Ehemann zu Saajan, einem Büroangestellten, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Dieser Fehler erlaubt beiden eine Briefbeziehung zu beginnen, in einer digitalen Ära, in der laut Shaikh (dem Nachfolger von Saajan im Büro), „niemand mehr Briefe schreibt“. Ila und Saajan werden sich gegenseitig das Herz öffnen und entdecken, dass […]
Verónica (Mexiko , 2017)
Die mexikanische Filmproduktion teilt sich in verschiedene Perioden ein. Von dem berühmten Goldenen Zeitalter bis zum sogenannten „Neuen mexikanischen Kino“, geht man über Western, Filme über Catcher und viele andere. In den letzten Jahren hat sich das mexikanische Kino auf die Komödie konzentriert, wobei manchmal Remakes aus Bollywood dabei waren, aber auch Filme aus dem Golden Zeitalter, wie zum Beispiel „El gran calavera“. Diese konnten wenigstens das in sie investierte Geld wieder einspielen. Mit linearer Handlung und flachen Witzen versucht man hier dem nach Amüsement suchenden Publikum ein Lachen zu entlocken.
Trotz alledem existiert auch eine andere Seite des mexikanischen Kinos: unabhängige Produktionen mit interessanten Darbietungen. Die ist bei „Veronica“ der Fall, einem Thriller in schwarz-weiß. Im Casting findet man Darsteller wie Arcelia Ramírez (die zuvor mit wichtigen mexikanischen Regisseuren wie Arturo Ripstein, Maryse Sistach und Alfonso Arau zusammengearbeitet hat) und Olga Segura.
Die Geschichte handelt von einer pensionierten Psychologin, die eine Hütte im Wald bewohnt. Eines Tages erhält die Hauptdarstellerin einen Anruf, bei dem es darum geht, einem Mädchen namens Veronica de la Serna zu helfen. Von dem Moment an, in dem sie die Anfrage bestätigt, verwickelt sie sich in Situationen, die langsam immer komplizierter werden, bis sich die beiden Frauen konfrontieren und den eigenen Ängsten und Tabus die Stirn bieten müssen.
Innerhalb der mexikanischen Produktionen existieren wenige Filme dieses Genres. Daher müssen die wenigen, die sich bemühen, qualitativ Hochwertiges abzuliefern, gelobt werden. „Veronica“ gelingt dies von Anfang bis Ende, obwohl sich die Handlung nur um die beiden Personen dreht. Etwas, das große Schauspielkunst und eine gut strukturiertes Drehbuch verlangt.
(Übersetzung Alexander Hämmerle)
Alle zwei Wochen lässt uns in der Rubrik FOTOGRAMAS die mexikanische Videographin an ihrer großen Leidenschaft – dem Kino – teilhaben und schildert aus der Perspektive des Fachs ihre neuesten Eindrücke aus der internationalen Kinoszene.
Ein Dorf sieht schwarz (Frankreich, 2016)

„Ein Dorf sieht schwarz“ ist von der Familiengeschichte des Musikers Kamini aus Zaire (die heutige Demokratische Republik Kongo) inspiriert. Er spielt in den siebziger Jahren, Seyolo Zantoko lebt als Migrant aus Kinshasa in Paris, wo er soeben einen Abschluss in Medizin gemacht hat. Am Tag der Abschlussfeier erscheint ein Bauer aus Marly-Gomont, einem kleinen Dorf auf dem französischen Land, welcher einen Arzt sucht, der bereit ist, in seinen abgelegenen Heimatort umzuziehen. Seyolo sieht daraufhin die Möglichkeit, die lang ersehnte französische Staatsbürgerschaft zu erlangen, ebenso wie seine Familie nach Frankreich zu […]
7 Boxes (Paraguay, 2012)

Eine Luftaufnahme des Mercado 4 in Asunción zeigt uns etwas des Umfelds, in dem Víctor lebt. Rasch dringt die Kamera zu den Orten vor, dem Menschengedränge und den „diableros“: Personen, die für wenig Geld Ware von einem Ort zum anderen transportieren. Während Víctor verträumt ein Stück von einem Film sieht, verliert er einen Klienten. Nichts zu machen, er muss seinen Weg fortsetzen, als seine Schwester ihn mit der neuesten Technik aus 2005 (das Jahr, in dem der Film handelt) aufnimmt: ein Handy mit Videokamera. „Es ist, wie ein Fernsehstar zu […]


