Eine Luftaufnahme des Mercado 4 in Asunción zeigt uns etwas des Umfelds, in dem Víctor lebt. Rasch dringt die Kamera zu den Orten vor, dem Menschengedränge und den „diableros“: Personen, die für wenig Geld Ware von einem Ort zum anderen transportieren. Während Víctor verträumt ein Stück von einem Film sieht, verliert er einen Klienten. Nichts zu machen, er muss seinen Weg fortsetzen, als seine Schwester ihn mit der neuesten Technik aus 2005 (das Jahr, in dem der Film handelt) aufnimmt: ein Handy mit Videokamera. „Es ist, wie ein Fernsehstar zu […]
Posada: Der fröhliche Tod
Der Tag der Toten bedeutet in Mexiko Feiern, Lachen, Zucker, cempasuchitl (eine orangene Blume ähnlich einer Chrysanthemen), Kerzen, Opfergaben und Totenköpfe. „La Calavera“ (der Totenschädel), Symbol des Todes, findet sich während der „Tage der Toten“ am 1. und 2. November überall in Mexiko. Es ist wichtig, zu betonen, dass die mit dem Tod verbundenen Symbole wie der Schädel und das Skelett zu jeder Zeit in Mexiko gesehen werden können, da sie ein häufiges und charakteristisches Symbol der Kunst des Landes sind.
José Guadalupe Posada, der Maler der „Skelette“, gilt als Vorläufer, Meister und Beispiel der Künstler wie Rivera und Kalho. Um die Arbeit und Wichtigkeit von Posada zu verstehen, muss man in der Zeit zurückgehen und die besondere Konzeption des Todes der Mexikaner in der prähispanischen Epoche kennenlernen. Tatsächlich finden sich in jener Zeit oftmals Schädel und Knochen als Symbol und Rapräsentation dessen, was der Körper nach dem Leben zurücklässt.
José Guadalupe Posada, 1852 in Aguascalients (Nordosten von Mexiko) geboren, ein Landlehrer von Beruf, beginnt 1871 Karikaturen für die Zeitung „El Jicote“ zu zeichnen, bis er mit Zeitschriften wie „El Ahuizote“ oder „Nuevo Siglo“ zusammenarbeitet. Auf Grund einer Überschwemmung begibt sich Posada nach Mexiko-Stadt, wo er eine Arbeitsgruppe gründet, die dem Mexiko des letzten Jahrhunderts eine nationale und folkloristische Produktion von Erzählungen, Liedern, Komödien, Almanachen und Kalendern beschert und die seinen größten Beitrag zur mexikanischen Kunst darstellen: las calaveras. Posada belebt den Tod wieder, kleidet ihn in elegantes Gewand, bringt ihn zu den Festen der Quartiere, auf die Straßen, in die Häuser der Reichen. Er lässt ihn während eines makaber-satirischen Festes Fahrrad fahren. Durch seine Skelette weist der Autor der „Catrina“ auf die Übel, die Misere und die Fehler der Gesellschaft des zu jender Zeit beginnenden Jahrhunderts hin.

Die Catrina
Die Opfergaben, welche in Mexiko für die Monate Oktober und November charakteristisch sind, stellen einen Brauch dar, in welcher die Lebenden den Verstorbenen helfen, den Übergang zum Tod zu durchlaufen. Daher teilen die Mexikaner in diesen Tagen mit ihren Toten zu Hause, auf dem Friedhof und der Straße Essen, Musik, Poesie, Getränke, Zigaretten und vor allem etwas Zeit. In letzter Zeit lassen sich auf den mexikanischen Straßen auch verschiedene Umzüge beobachten, die quasi zu einem Karneval von als Tod verkleideten Personen werden.
Die Totenschädel stellen eine Realität dessen dar, in was wir uns verwandeln werden: Asche und Staub. Das Skelett, ohne Nationalität, ohne Geschlecht, ohne Hautfarbe, ohne Geld und ohne Alter zeigt uns, wie banal diese Unterschiede sind. Und da alles einen Übergang darstellt, warum nicht singen, tanzen und unsere Verstorbenen auf ihrem Weg ein Stück begleiten? Der Tod macht keine Angst, im Gegenteil, er erinnert daran, dass alles vorübergeht, dass alles, was weltlich ist, zuende geht und dass wir alle ein Skelett in uns tragen.
José Guadalupe Posada wurde von Diego Rivera als ein glühender Verfechter des Volkes gesehen. Dieser große Künstler hat mit tiefgehendem Sinn für die Realität, mit großer Originalität und mit durchdringender expressiven Kraft in seinem Land die „Skelette“ wiederbelebt. In den kommenden Tagen wird Mexiko daher an seine Verstorbenen erinnern und gleichzeitig Posada und seinen Totenschädeln gedenken, die sich derzeit als das charakteristischste Element der mexikanischen Folklore erweisen.
(Übersetzung Alexander Hämmerle)
Er ist wieder da (Deutschland, 2015)

David Wnendt führt bei dieser Adaption des gleichnamigen Buches Regie. Eine sonderbare Komödie, die das Leben von Hitler mitten hinein in das 21. Jahrhundert, den technologischen Boom, den Euro und die Massenmigration nach Europa versetzt. Es heißt, die beste Form das Publikum zum Nachdenken anzuregen, geschieht durch Lachen und es ist gleichzeitig auf diese Weise wie eine starke Kritik an den politischen Gruppierungen in Deutschland gelingt als auch die Aufmerksamkeit auf das Vorrücken der Ultrarechten in jenen Ländern gerichtet wird. „Sie können mich nicht loswerden … ich bin ein Teil von […]
Lunchbox (Indien, 2013)

Lunchbox ist der erste Spielfilm des indischen Cineasten Ritesh Batra. Die Geschichte dreht sich um Ila, eine Hausfrau, die damit beschäftigt ist, ihre Ehe durch die Zubereitung von delikaten Gerichten wiederzubeleben. Ein Fehler beim Lieferdienst bringt ihre Mittagsgerichte anstatt zu ihrem Ehemann zu Saajan, einem Büroangestellten, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Dieser Fehler erlaubt beiden eine Briefbeziehung zu beginnen, in einer digitalen Ära, in der laut Shaikh (dem Nachfolger von Saajan im Büro), „niemand mehr Briefe schreibt“. Ila und Saajan werden sich gegenseitig das Herz öffnen und entdecken, dass […]


