Proklamation über den Tod des Journalistenkollegen Javier Valdez Cárdenas Berlin, Deutschland, 18. Mai 2017 In Mexiko ist es einfach geworden, zu morden. Es ist Gewohnheit geworden, eine Pistole oder ein Messer zu nehmen und die Meinungsverschiedenheit zum Schweigen zu bringen, die anklagenden Stimmen zum Schweigen zu bringen, die nicht einverstanden sind, die kritisch dem System gegenüber stehen oder die Veränderung wollen. In Mexiko, bevor den Dialog zu wählen, morden die Narko-Regierung und Personen im Schutz der Anonymität gegen Geld oder sie morden unbehelligt ihre Artgenossen, weil es einfach möglich ist, […]
Der Sombrero, die Siesta und die Revolution

Am 20. November gedenkt man in Mexiko dem Jahrestag der Revolution von 1910. Ein Tag, um an den Mut und die Tapferkeit der tausenden Männer zu erinnern, die für eine bessere Nation kämpften. Nehmen wir die Gelegenheit dieses Festes wahr, um – vor allem den nicht-Mexikanern – das stereotype Bild, welches man von uns pflegt, aufzuzeigen, d.h. das Bild des schnauzbärtigen Sombreroträgers. Im Ausland wissen nur wenige, dass dieses Bild mit dem Kleidungsstil der Revolutionäre jener revolutionären Epoche übereinstimmt.
Die Entstehung eines Stereotyps
Die ersten, welche auf globaler Ebene Schnauzbart, Sombrero, Siesta und fehlende Prinzipien zum Bild des Mexikaners zusammenfügten, waren einige Filme und Serien aus den USA (man schaue alle Western, Speedy Gonzales, etc.). Kurz darauf benutzten die Kreativen in der Werbebranche diese Konstante, um das Verständnis der eigenen Botschaften zu verinfachen und zu erleichtern.
Der „Sombreroträger“ hat daher, dank der weltweiten Verbreitung dieses Bilds, eine Doppelbedeutung: die Mexikaner erinnert er zum Beispiel, unter vielen Anderen, an Emiliano Zapata: patriotischer Held, der zu den repräsentativsten der Revolution gehört, die Symbolfigur der Würde und der Tapferkeit; die nicht-Mexikaner erinnert es an das Stereotyp des faulen Mexikaners: Hitze, Feiern, Siesta, Verbrechen.
Ein doppelt abwertendes Klischee
„Ándale ándale, arriba arriba!“, sagen einige; „mira il dito“, erinnern sich andere; „tienes ganas de hacer la siesta“, provozieren die Vermessensten. Dies alles sind alltägliche Sätze, die ein Mexikaner hört, der im Ausland lebt, und die die Verbreitung dieses Vorurteils unterstreichen. Ausdrücke, die im Großteil der Fälle, mit Wohlwollen ausgesprochen werden, welche aber in den Ohren jedes Mexikaners zusammenhangslos und altmodische klingen, genauso wie die Bilder, welche diese Sätze begleiten. Um die italienischen Leser zu provozieren: das Vorhergende ist nicht besser, als an einen „Gondoliere“ zu denken (jemand, der die Gondeln in Venedig steuert, Nordosten der Halbinsel), während er „Oh sole mio“ singt (typisch napolitanisches Lied, Südosten Italiens) und zu sagen, dieses wäre der Durchschnittsitaliener.
Ohne die Absicht, die Kreativität der Werbeschaffenden zu beschränken oder die Kindheitserinnerungen der Leute, welche mit Speedy Gonzales aufgewachsen sind, zu zerstören, wollen wir lediglich erklären, warum für die Mexikaner die gegebene Interpretation des Stereotyps doppelt verletzend ist. Erstens, wie oben erklärt, weil es sich um ein Symbol handelt, welches die Revolution repräsentiert, einer der ehrenhaftesten Momente unserer Geschichte, ein Moment, der in diesem Vorurteil jeglichen Wert und Stärke verliert. Zweitens, weil es eine diskriminierende Vereinfachung ist, die das mexikanische Volk mit Faulheit und Verbrechen indentifiziert.
Die ersten Revolutionäre des 20. Jahrhunderts
Zusammengefasst bedeutet das, es ist keine Unwahrheit zu behaupten, in Mexiko lebten schnauzbärtige Sombreroträger. Aber ist ebenso notwendig zu wissen, wenn jemand wirklich etwas über diese Nation erfahren möchte, dass dieses Bild veraltet ist und vor allem, dass es die Männer darstellt, die die erste Revolution des 20. Jahrhunderts anführten. Menschen, die ihr eigenes Leben riskierten und gaben um gegen die Ungerechtigkeiten zu kämpfen, mit der Hoffnung Wohlstand in ihrem eigenen Land zu erlangen. Ein von Leuten ohne Werten und Müßiggängern ziemlich weit entferntes Bild.
(Übersetzung Alexander Hämmerle)
Die Katze des Rabbiners (Frankreich, 2011)

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